Kreatives Tagebuch

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Filzen

Wieder da...

...der Spieltrieb
...das Absichtslose
...das Sichtreibenlassen
...das Im-Moment-sein
...das aus dem Vollen schöpfen

Lange hat es gedauert, bis ich mir selbst auf die Schliche gekommen bin. Vier Wochen, um ganz genau zu sein. Hatte ich mich doch die letzten beiden Urlaubswochen auf wilde Filzorgien gefreut ...und konnte einfach nicht damit beginnen. Zu allem Übel wurde ich auch noch krank und das ist in dieser Form wirklich selten. Inzwischen habe ich halbwegs verstanden, was mich hinderte und hemmte. Bewusst hatte ich mich zwar GEGEN die "Vorweihnachtsproduktion" entschieden, Aufträge und die Teilnahme am Weihnachtsmarkt abgelehnt, um nicht unter Druck etwas herstellen und fremdgesetzten Ansprüchen genügen zu müssen. Eine andere Seite in mir war damit wohl nicht ganz einverstanden. Immer, wenn ich filzen wollte, war ich dem Produkt, dem Ergebnis verhaftet und keineswegs frei genug, um zu spielen, mich selbst zu überraschen und überrascht zu werden. Dabei WEISS ICH ES DOCH EIGENTLICH: Sobald die Erwartung, die Absicht, das Ergebnis, die Erklärung, der Grund im Mittelpunkt stehen und es nicht in erster Linie um den schöpferischen Prozess an sich geht, versiegt mein kreativer Fluß. Aber es brauchte wirklich viel, damit ich endlich verstand: Eine Virusinfektion, die mich zu Langsamkeit und Ruhe zwang, ein Telefonat mit einem lieben Menschen, bei dem ich unendlich traurig wurde und erst im Nachhinein begriff, dass ich FESTHALTEN, statt LOSLASSEN wollte, eine um ein Haar überschwemmte Wohnung, weil ich das einlaufende Badewasser vergaß, Kohle im Backofen und eine blaue Bude, weil ich das Brot ebenfalls vergessen hatte... Alle Situationen trugen die gleiche Botschaft: Du bist nicht im Moment!

Kennt Ihr solch hartnäckige Kreativitätsblockaden auch?

Hier nun das Ergebnis einer Spielerei mit dem Titel "Schwester":



Außerdem verarbeitete ich Reste von Wolle, Vorfilzstückchen, handgesponnene Garnschnipsel und die Glitzerfaser Angelina (Ja, sie lässt sich problemlos einfilzen... ), um kleine feine Bucheinbände zu filzen. Die Büchlein sind quadratische Zeichenbücher im Format 10x10 cm.

Hier ist gut zu erkennen, dass die Kontraste gar nicht stark genug sein können, um beim fertigen Filz noch halbwegs sichtbar zu bleiben.





Das Durchdringen der Fasern "schluckt" halt so Einiges...









Euch allen einen schönen zweiten Advent!
8.12.08 20:24


Prinzessinnentauglich...

...ist diese Wende-Stola. Nachdem das hier im Blog gezeigte "Kleinformat" als Dankeschön an Stini ging, stellte ich aus den gleichen Zutaten ein größeres Exemplar her. Ich verwendete handgesponnene Tussahseide, Kidmohair, Lamm- und Samojedenwolle und kombinierte mit ungesponnenen Löckchen des Wensleydaleschafes und einem industriell hergestellten Effektgarn. Eine Seite wirkt ganz schlicht, die andere ein wenig festlicher und auffälliger.

Länge: ca. 1,80 m
Breite: ca. 40 cm
Gewicht: 175 g



28.11.08 10:06


Ein Umzugsgeschenk...

...für eine andere Klinik ist dieser gefilzte und mit Schwemmhölzchen kombinierte Wandschmuck in größerem Format. Morgen wird unser leitender Psychologe mit dem Geschenk im Gepäck zur Eröffnungsfeier fahren.



28.10.08 22:55


Spinnwebfilz

Für mein frisch renoviertes Zimmer fehlt mir noch eine Lampe. Ich mag Wildholz, sprich: geschälte und geschliffene Korkenzieherweide, ich mag Filz. Was liegt also näher, als diese beiden Materialien miteinander zu verbinden? Aus diesem Grunde experimentiere ich in der wenigen Zeit, die ich gerade habe, mit der hauchdünn gearbeiteten Spinnwebtechnik. Aufgrund der besonderen Löckchenstruktur schien mir Wensleydale besonders geeignet, war mir für Musterproben jedoch zu kostbar. Also filzte ich einen Schal, um den Schrumpfungsfaktor berechnen zu können - und der ist wahrlich enorm...







Und hier ist das Detailfoto eines gefilzten Bezugsstoffes im Gegenlicht, in den ich Leinenfasern einarbeitete:



Optik und Haptik gefallen mir. So soll es also werden. Jetzt fehlt mir nur noch die Zeit, um mehrere Stoffe zu filzen und die Lampe zu bauen.
12.9.08 06:54


Flugtaugliches Objekt

Mit diesem nassgefilzten Schmetterling (inzwischen ebenfalls verschenkt) wünsche ich Euch ein schönes Wochenende! Er hängt an durchsichtigen Fäden und kann tatsächlich fliegen. Allerdings ließ er sich im Flug nicht so gut fotografieren...



Obwohl es hier in Strömen regnet, entführe ich meine Schwester Katja auf einen "Wir-finden-kleine-Wunder"-Spaziergang. Darauf freue ich mich schon. Und - heute ist FREItag im wahrsten Sinne des Wortes und ich habe ein langes freies Wochenende ohne Pflichtenkram. "Wie schön und wie nötig!
29.8.08 12:39


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