Kreatives Tagebuch

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Workshops

Mein erster Workshop

Wenn ich das Erlebnis mit wenigen Worten zusammenfassen sollte, würde ich es „ein buntes, versponnenes Raum- und Zeitwunder“ nennen. Hier ein Abschlussfoto aller Teilnehmer mit den Färbe- und Spinnergebnissen:



Bis es dahin kam, gab es jedoch allerhand zu erleben und zu tun und das braucht mehr als nur einige Worte... Mein Workshop zum Thema „Wollaufbereitung, Spinnen am Spinnrad und praktische Einführung in die Pflanzenfärberei“ fand im Rahmen von zweimal jährlich ausgerichteten Austauschwochenenden der deutschlandweiten Aktivspielplätze statt und war nur einer von vielen interessanten Workshops. (Wenn ich nicht als Referentin eingeplant gewesen wäre, hätte ich zu gern am Schafschur-und-Klauenpflege- oder am Kettensägenworkshop teilgenommen.) Die Workshopteilnehmer waren vorwiegend Menschen, die das neu Erlernte in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einsetzen wollen. Da ich am besten lerne, indem ich tue, was ich lernen will, habe ich den Workshop sehr praktisch konzipiert. Mein Ziel war es, dass jeder Teilnehmer mit einem selbst gesponnenen und verzwirnten Strang Wolle, einem Regenbogen pflanzengefärbter Mini-Stränge, einem Skript mit eigenhändig gefüllten Färbe-protokollen und den dazugehörigen aufgeklebten Wollfarbproben, ersten praktischen Erfahrungen mit ausreichend theoretischem Hintergrund, vor allem aber mit Begeisterung für die Möglichkeiten, die die Pflanzenfärberei und das Spinnen bieten, wieder nach Hause fährt.

Die Vorbereitung des Abenteuers hat einiges an Zeit und Energie gekostet. Der aufwändigste Teil war das Umwickeln von 100-Gramm-Strängen Sockenwolle in 12 kleine Mini-Stränge. Außerdem mussten genügend Spinnräder, Kochmöglichkeiten, Töpfe und Zubehör organisiert werden. Hier ein Dankeschön an meine Unterstützer, die mir ihre Spinnräder ausborgten. Ein ganz dickes Danke geht an meine Tochter Nina. Sie stand mir mit ihrem praktischen Geschick und ihrer Umsicht zur Seite, kürzte Antriebsriemen, leimte Spulen, sorgte für das leibliche Wohl, kümmerte sich kreativ mit den Mitarbeitern des Bauspielplatzes um die Stromgeschichte.

Färbepflanzen, Anschauungsmaterial, Bücherkiste,






Kabeltrommel, Verteiler, Verlängerungsschnüre, Siebe, Kochlöffel, Beschriftungskärtchen und allerlei Kleinkram mussten zusammengepackt und transportiert werden. Gut, dass mein Kangoo wieder fährt!

Freitagabend war die ATW-Eröffnung mit leckerem Abendessen in einem ehemaligen Landschulheim. Anschließend trafen sich die Arbeitsgruppen mit den jeweiligen Referenten. Auch wir lernten uns in einer kurzen Vorstellungsschnupperrunde kennen und verabredeten für Samstag um 9.00 Uhr den Workshopbeginn. Mulmig war mir schon… Schließlich war es mein erster offizieller Workshop und das Wissen, dass es sich um 12 (ja ZWÖLF!) TeilnehmerInnen handelte, machte es auch nicht besser. Meine Spinngruppen in der Klinik sind auf sechs Teilnehmer beschränkt und das nicht ohne Grund. Aber es war, wie es war; nach Hause schicken konnte man natürlich auch niemanden, zumal die Anfahrtswege schon enorm waren. Also ging es darum, mein Lieblingsspiel zu spielen, nämlich aus der Not eine Tugend zu machen Schließlich können 12 Menschen mehr Wolle färben als 6…

Zum Färben sollte es jedoch erstmal nicht kommen, denn meine 6 eingerichteten Kochstellen überlasteten das Stromnetz derart, dass der Strom komplett ausfiel. Das Licht im Küchenhaus ging jedoch, so dass wir 13 an den Spinnrädern saßen und erstmal das Treten übten. Währenddessen sagte ich einige einführende Worte. Das erste Wunder war, dass 13 Stühle, auf denen 13 Menschen saßen, die vor sich 13 Spinnräder stehen hatten, in die relativ kleine Küche passten. Da ich zu beansprucht war, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht fotografieren. Hier jedoch ein Bild vom Sonntag, als Menschen und Spinnräder bereits in die Sonne umgezogen waren.



Durch die Stromkrise ging uns einiges an Färbezeit verloren und hier verbirgt sich das nächste Wunder: Obwohl es rein rechnerisch kaum möglich scheint, haben wir tatsächlich über 20 verschiedene Farbtöne gefärbt. Milchschaf-Rohwolle hatte ich vorher bereits gewaschen, mit Alaun gebeizt und in 50-Gramm-Portionen gepackt. Pro Farbe wurden also 13 Ministränge alaungebeizter Sockenwolle und 50 Gramm Milchschaf in der Flocke gefärbt. Jeder Kursteilnehmer war für mindestens eine Färbung zuständig, musste 100% Färbedroge abwiegen, einweichen, Wolle einweichen, färben, schleudern, mehrfach spülen, wieder schleudern, Strang ausschlagen, beschriften, zum Trocknen aufhängen, Flockenwolle zum Trocknen ausbreiten und das Färbeprotokoll füllen. Zwischenzeitlich wurde gesponnen. Hier sitzt Hanna am Spinnrad:



Ina mit ihrer Krappfärbung:




Angelika an der Kardiermaschine:



Besonders beeindruckt haben mich die Selbstverständlichkeit, mit der sich alle gegenseitig unterstützt haben, die Schnelligkeit, mit der gemeinsam aufgeräumt wurde, aber auch das Durchhaltevermögen und die Motivation aller. Und - stellt Euch vor - es haben wirklich alle Teilnehmer einen Strang selbst gesponnener Wolle mit nach Hause nehmen können. Dass das nicht ohne kleinere Krisen abging, versteht sich von selbst, aber darüber breite ich den Mantel des Schweigens.

Am Sonntag wurden die Ergebnisse zum Farbkreis ausgebreitet,



anschließend nahm sich jeder von jeder Farbe einen Ministrang und klebte Wollflocken in die Färbeprotokolle, die ich am Abend zuvor eingesammelt und für alle kopiert hatte, so dass die Färbungen auch gut nachzuvollziehen und selbstständig zu wiederholen sind.



Außerdem bekam jeder Teilnehmer ein Skript mit einigen Grundsätzlichkeiten zur Pflanzenfärberei und zum Spinnen.

Hier ein Abschlussfoto mit pflanzengefärbten Minis:



Alles in allem bin ich trotz einiger zwischenzeitlicher Reizüberflutungsmomente sehr zufrieden. Was mir persönlich zu kurz kam, waren Gespräche miteinander. Was völlig hinten 'runterfiel, war das Sortieren und Waschen der Rohwolle. Hat auf Nachfrage hin aber keiner wirklich vermisst Bestätigt hat sich natürlich auch, dass 12 Kursteilnehmer vier zu viel sind. Bei acht Menschen wäre die Begleitung um einiges persönlicher und im Kontakt intensiver gewesen. So werde ich es in Zukunft handhaben.

Euch eine schöne erste Oktoberwoche!
1.10.08 06:15





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